Aichas Alya

Publié le par reinerschleicher.over-blog.com

 

Aicha will ihre Alya machen.

 

Nein, nicht Aicha Rubinstein, aus dem jüdischen Viertel von Paris, Nachbarin von Dominique Strauss-Kahn und Anne Sinclair, die hat es auf das Nächste Jahr verschoben.

 

Gemeint ist Aicha Gadaffi, Tochter des Ex-Diktators von Libyen.

 

Nur in Israel sei sie in Sicherheit, sagte sie.

 

In der Stunde der Not sind eben die wahren Freunde oft diejenigen, an die man sonst nicht denkt. Und so fiel ihr im richtigen Moment ihre jüdischen Wurzeln ein und den vielleicht nicht besten, aber teuersten Anwalt hat sie auch zur Hand, um sie durchzusetzen.

 

Damit ist, falls das noch möglich ist, das jüdische Sündenregister noch ein bisschen voller geworden. Dass Juden kommunistische Umstürzler und kapitalistische Wucherer sind ist ein alter Hut. Dass die zionistischen Verbrechen Walter Herrmann dazu zwingen, bei jedem Wetter aufklärend-klagemauernd auf der Domplatte zu verharren, ist über Köln hinaus bekannt. Dass sie Institutionen leiten, die arme Länder ausbeuten, und in ihrer Freizeit arme afrikanische Zimmermädchen in teuren Hotels vergewaltigen, das wundert nicht. Dass wegen ihnen Palästinenser im grössten Open-Air-Gefängnis der Welt, dem Gaza-Streifen, darben müssen, empört jeden Morgen aufs Neue. Aber jetzt: Juden sind arabische Dikatoren, die Terrorakte befehligten. Was wieder die Verdachtsmomente bekräftigt, die darauf hindeuten, dass der 11.September ein jüdischer Komplott war. Der Kreis schliesst sich.

 

Es gibt ja einen Trost in Sachen Aicha Gaddafi, jüdische Heimkehrerin nach Israel. Wenigstens muss Israel ihre Integration nicht finanziell begleiten und im Gegensatz zu den orthodoxen Juden wird sie ihre Steuern bezahlen.

 

Vielleicht gibt es auch einen Ausweg: Rückkehr nach Israel bedeutet nicht unbedingt Rückkehr in israelische Freiheit, sondern in eine israelische Gefängniszelle, die – das sei ihr zum Trost versichert -, im Vergleich zu den Kerkern ihres Vaters gemütlich und komfortabel sein wird.

 

Und wenn das nicht geht, kann der Mossad vielleicht verhindern, dass die Tochter eines der übelsten arabischen Dikatoren in Tel Aviv als frischgebackene jüdische Einwanderin ihr Geld verprasst?

 

© Reiner Schleicher

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