Gastkommentar von Monika Winter zum Artikel "der Komplex Verherrlichung-Verteufelung", zur Hasswand und den Ambivalenzen der Stadt Köln

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Kommentar

 

„…Was das mit der Hasswand zu tun hat? Einiges. Denn die Hasswand ist ähnlich grob gestrickt - es gibt da nur Helden und Unschuldige auf der einen, und feige Mörder auf der anderen Seite. Auch wenn er real oft alleine steht am Dom, mit seiner Schwarz-Weiss-Gedankenwelt steht er leider nicht alleine - Walter Herrmann…“

 

Ja, es hat auch mit der Hasswand zu tun! Liest man beispielsweise einen Artikel von Frieder Wolf, Amt für Internationale Angelegenheiten der Stadt Köln,

http://www.hagalil.com/archiv/2011/02/10/freiheit-2/

der in seinem Artikel ein anderes Thema, nämlich den „Ruf nach Freiheit im Nahen Osten“ thematisiert, treffen wir auf mehrere Äußerungen, die mehr der Schwarz-Weiß-Malerei und damit auch Walter Herrmann und seiner „Klagemauer“ dienen, als dass sie von Nutzen für beide Seiten sind. Da lesen wir beispielsweise die Behauptung: „…Die „einzige Demokratie im Nahen Osten“, als die sich Israel unter Ausblendung der Türkei so gerne selbst bezeichnet, könnte in naher Zukunft von weiteren demokratisch regierten Nachbarn umgeben sein…“



Also Israel ist gegen die Demokratie weiterer arabischer Nachbarn, lehnt diese ab? So jedenfalls hört es sich an.

Weiter heißt es: „…Wenn der historisch evidente Lehrsatz stimmt, dass Demokratien nicht gegeneinander Krieg führen, müsste die israelische Regierung eigentlich frohlocken, zumindest aber leise Signale der Sympathie senden. Weshalb tut sie es nicht? Hat sie Sorge, dass die israelische Variante der Muslimbrüderschaft, die immer stärker werdenden Ultra-Orthodoxen und die sich radikalisierende Siedlerbewegung, sowie der geduldete, bisweilen sogar legalisierte Rassismus gegenüber der arabischen Bevölkerung im eigenen Land verstärkt in den Blickwinkel der Weltöffentlichkeit gerät? Befürchtet sie, dass die Demokratiebewegung ihr eine wichtige legitimatorische Basis für die anhaltende Besatzung der Westbank, die Blockade des Gaza, den Bau der Sperrmauer und die Siedlungspolitik entzieht? Oder muss sie, um Antworten verlegen, einfach nur erkennen, dass Frieden nicht gegen, sondern nur mit den Nachbarvölkern geschaffen werden kann?...“

 

Hier wird es noch deutlicher, Israel sucht eine Legitimation für eine anhaltende Besatzung der Westbank, die Blockade des Gaza, den Bau der Sperrmüller und der Siedlungspolitik.

 

Weiter unten lesen wir dann: „…Noch ist nicht entschieden, dass radikale islamistische Kräfte nicht am Ende doch die Oberhand gewinnen…“ Diese Möglichkeit besteht also doch. Warum aber sollte Israel frohlocken, wenn diese Frage offen steht, soll Israel in das offene Messer laufen?

 

Israel ist der Bösewicht, will keinen Frieden. Wenn solche Äußerungen sogar im Amt für Äußere Angelegenheiten getroffen werden, dann kann man sich über die Anwesenheit Walter Herrmanns an der Klagemauer nicht wundern.

 

Schließlich: „…1994 wurde der Friedensnobelpreis an den jetzigen israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres, den 1995 von einem rechtsradikalen Israeli ermordeten Premier Yitzhak Rabin und den 2004 verstorbenen Palästinenserpräsident Jassir Arafat verliehen. Wofür eigentlich, fragt man sich nicht erst im 27. Jahr danach. Wenn jemand den Friedensnobelpreis 2011 verdient, dann sind es die vielen namenlosen jungen Menschen, die seit Dezember 2010 in den arabischen Städten gewaltfrei auf die Straßen gehen, der Staatsgewalt trotzen, für ihre Bürger- und Menschenrechte kämpfen und ihren Völkern den Weg in die Demokratie aufgestoßen haben..“



Ja die mutigen Demonstranten, diejenigen die keine radikalen Ziele verfolgen, diejenigen die sich nicht von Extremisten unterlaufen lassen, haben tatsächlich einen Preis verdient. Es sind Helden.

Den Friedensnobelpreis für Premier Yitzhak Rabin und Jassir Arafat aber in einen Topf zu werfen, in einem Atemzug zu nennen, zeigt schon sehr deutlich wie es um den Wunsch der Stadt Köln steht, den Nahostfriedensprozess zu fördern und neue Impulse zu liefern.

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