Gregor Gysis perfides Spiel

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http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/wir-muessen-der-kritik-grenzen-setzen/

 

Dieses Interview mit Gysi ist wirklich interessant und lesenswert.

 

Der wesentlichste Punkt ist seine eingegrenzte Definition von Antisemitismus: "Antisemitismus bedeutet, Juden oder Jüdinnen zu benachteiligen oder Schlimmeres zu tun, weil sie Juden oder Jüdinnen sind." Der Begriff wird beschränkt auf Handlungen, die Bereiche Denken, Emotionen werden aus der Definition ausgeklammert. Ein kurzer Blick auf die deutsche Geschichte lehrt, dass es Jahre brauchte ideologischer Vorbereitung, antisemitischer Hetze, bevor es die ersten antisemitischen Massnahmen gab.

Gysi hätte niemals Rassismus als Benachteiligungen Schwarzer definiert, es ist klar, dass es z B rassistische Äusserungen gibt und nicht nur rassisische Handlungen. Dass er Antisemitismus so definiert ist natürlich ein Kalkül, seine Partei reinzuwaschen.

Eine andere Art von Kalkül sind folgende Passagen:

"Wenn ein Palästinenser oder Israeli einen binationalen Staat fordert, ist das sein gutes Recht. Es darf auch in Ecuador jeder einen gemeinsamen Staat für Palästinenser und Juden fordern. Aber nicht in Deutschland.(..) wer das hierzulande fordert, ist ahistorisch. Die Juden waren 2.000 Jahre lang eine Minderheit in verschiedenen Ländern, die immer wieder verfolgt wurde. Die Nazis haben sechs Millionen Juden industriell vernichtet, um sie auszurotten. (...) Es geht nicht, dass Deutsche nach dem Holocaust Juden das Recht auf einen jüdischen Staat streitig machen.(...) In einem jüdisch-palästinensischen Staat wären die Juden wieder eine Minderheit. Deshalb darf ein Palästinenser einen binationalen Staat fordern - wir dürfen das nicht. Wir sind gebunden durch unsere Geschichte. Auch jeder deutsche Linke muss begreifen: Deutsche Geschichte bindet nicht nur Konservative, sondern auch ihn."

 

Gysi provoziert mit diesen Äusserungen genau das, was er vorgibt, nicht zu wollen. Es ist klar, dass seine Begründungen (ahistorisch, gebunden durch die deutsche Geschichte usw) höchstens auf eine Handvoll Intellektuelle wirken und nicht auf die breite Masse, die spätestens mit der Erlangung der vollen Souveranität Deutschlands und der Wiedervereinigung darauf pocht, dass Deutsche dieselben Rechte haben wie andere Völker - hier also das Ende Israels zu fordern und einen binationalen Staat auf dem Boden Israels und Palästinas. Genau auf diese Kreise zielt Gysi, die er anstacheln will, dieselben Rechte zu fordern wie andere Völker im Verhältnis zu Israel und die keine Lust mehr haben, Rücksichten zu nehmen auf die deutsche Geschichte. Er stachelt auf und wäscht sich gleichzeitig die Hände in Unschuld, Gysi treibt da ein perfides, heuchlerisches Spiel.

 

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