Antisemitische Jagdszenen in Lyon

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Am vergangenem Samstag abend, dem 2.6.12., fielen drei achtzehnjährige Jugendliche in Villeurbannais in der Nähe von Lyon brutaler antisemitischer Gewalt zum Opfer. Es geschah in der Nähe einer jüdischen Schule, der Beth Menahem. Es begann mit antisemitischen Beschimpfungen, die eskalierten. Zunächst waren es drei, sieben weitere kamen hinzu, schliesslich ein ganz Dutzend, die sich nicht auf verbale Angriffe beschränkten sondern mit Hämmern und Eisenstangen auf sie einschlugen. Pflege im Krankenhaus und für zwei von ihnen fünftägige Krankschreibung waren die Folge. Die Opfer stellten Strafanzeige gegen Unbekannt.

 

Innenminister Manuel Valls verurteilte die Taten, die « extrem schwerwiegend » seien, ein « mutwilliger Angriff » gegen die französische Republik und sicherte zu, dass die Polizei sehr aktiv nach den Tätern fahnde.

 

Lebhaft reagierten die jüdischen Vertreter in Lyon und anderswo in Frankreich. Richard Prasquier, Vorsitzender des CRIF, der dem deutschen Zentralrat der Juden vergleichbaren Institution in Frankreich, sagte, dass es schon öfters antisemitische Gewalttaten in diesem Ort gegeben hätte, « alles geschieht, als ob M. Merah ein Modell wäre, ein Beispiel, dem gefolgt wird » (2). Der Rabbiner Richard Wertenschlag der Lyoner Synagoge sagte: « Das sind immer häufiger auftretende Vorfälle, die man leider beginnt zu banalisieren. Ein erstickendes Klima. « 

 

Laut dem Bureau national de vigilance contre l'antisémitisme wären die Täter Individuen maghrebischen Ursprungs, die LICRA ligue internationale contre le racisme et l'antisémitisme beeilte sich vor einem vorschnellen Urteil zu warnen, die polizeiliche Untersuchung sei noch im Gange. (3) Es ist aber anzunehmen, dass diese Information von den Opfern selbst stammt, von einem vorschnellen Urteil kann also keine Rede sein, hingegen passt diese Stellungnahme zu der moslemfreundlichen Politik der LICRA, die häufig lieber einen nebulösen « Rassismus » bekämpft als sich eindeutig gegen jeden Antisemitismus zu wenden, obwohl sie auch den Kampf gegen ihn in ihrem Namen trägt.

 

Aus keiner mir bekannten Quelle geht hervor, ob Passanten die Vorfälle gesehen haben. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie sich unbemerkt abgespielt haben, aber kein Journalist schien sich die Frage zu stellen.

 

©Reiner Schleicher http://reinerschleicher.over-blog.com





(1) http://www.lyonmag.com/article/40874/trois-jeunes-juifs-agresses-au-marteau-et-a-la-barre-de-fer-pres-de-lyon

(2) http://alyaexpress-news.com/2012/06/reaction-des-dirigeants-de-la-communaute-juive-apres-lagression-de-3-religieux-a-lyon/

(3) http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2012/06/03/97001-20120603FILWWW00194-trois-juifs-portant-une-kippa-agresses-pres-de-lyon.php

(4) http://tempsreel.nouvelobs.com/faits-divers/20120604.OBS7385/trois-juifs-portant-la-kippa-agresses-a-villeurbanne.html (inklusive Ausschnitt aus den Fernsehnachrichten)

 

 

 

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