ein Offener Brief aus einem geschlossenem Weltbild

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http://www.ruhrbarone.de/duisburg-offener-brief-von-hermann-dierkes-linkspartei-duisburg/

 

Hermann Dierke antworte mit einem Offenen Brief auf die Antisemitismusvorwürfe gegen seine Partei.

 

Zu dem politischen Teil ein paar Kommentare:

 

Im Nahostkonflikt selbst sieht er « politische Hauptflügel der palästinensischen Gesellschaft » im « Verständigungsprozess » auf der einen Seite (die von den USA und der EU als terroristisch eingestufte Hamas, z Zt in erboster Trauer wegen des Verlustes ihres Freundes Ben Laden, wird zu einem neutralem « Hauptflügel der palästinensischen Gesellschaft ») auf der einen und die « Apartheid »Israel auf der anderen Seite.

 

Dann schwingt er sich zum Verteidiger armer und orientalischer Juden auf: «  Die orientalischen Juden (z.B. aus Marokko, dem Jemen, Eritreia usw.) sind erheblich benachteiligt im Vergleich zu den europäischstämmigen (Ashkenazim). Die Schere zwischen Arm und reich hat sich enorm geöffnet. 20 % der israelischen Gesellschaft gelten heute als Folge einer harten neoliberalen Wirtschafts- und Privatisierungspolitik als arm.« Aber auch arme Israelis, auch orientalische Israelis sehen das Existenzrecht ihres Staates, das der Hamas verwirft, nicht als etwas « Läppisches » an, sondern hängen daran. Schon merkwürdige Leute, diese Israelis.

 

« Wer Kritik an den permanenten schweren Menschen- und Völkerrechtsverletzungen durch Israel mit Antisemitismus gleichsetzt, will Kritiker mundtot machen. « 

Eine automatische Gleichsetzung von Kritik an Israel mit Antisemitismus gibt es nur in der Phantasie der Linkspartei.

"Die von der palästinensischen Zivilgesellschaft 2005 von über 170 Organisationen ins Leben gerufene Kampagne Boykott, Desinvestment und Sanktionen (BDS) .... richtet sich nicht gegen einzelne Israelis, nicht gegen Israel als solches, sondern gegen alle Profiteure von Mauerbau, illegaler Besiedlung und Unterdrückung. " 

Ich sehe da einen Hinweis darauf, dass die Linkspartei und andere Sprecher des Israelboykotts langsam in die Defensive geraten. Jetzt wird, meines Wissens erstmals, geleugnet, dass sich der Boykott gegen Israel "als solches" richtet. In Wahrheit ist der Boykott natürlich gegen Israel « als solches » gerichtet, zahllose Dokumente belegen es.

Aber schnell geht das angebliche Opfer von Diffamation dazu über, den Kritiker zu diffamieren: "Die Ruhrbarone haben ihren Titel zurecht gewählt: Ruhrbarone – die klassischen Herren von Stahl und Eisen, Rüstungsschmieden und Schachtanlagen – sind seit den Zeiten der alten Arbeiterbewegung immer gegen die Linke gewesen – stockkonservativ bis reaktionär. Etliche von ihnen haben schon früh Hitler und seine NSdAP finanziert und die allermeisten waren nach der „Machtergreifung“ der Nazis die großen Profiteure von der Zerschlagung der Gewerkschaften, der parlamentarischen Demokratie, von Zwangsarbeit, Eroberungskrieg und Völkermord an den Juden. Wer sich so einen Namen gibt, will damit offenbar auch zeigen, in welcher Tradition er sich sieht." 

Derselbe Autor, der sich zu Beginn des Offenen Briefes gegen Denunzianten glaubt wehren zu müssen, denunziert hier auf grobste Weise. Ist er wirklich so dumm, dass er die Ironie des Namens übersieht? Oder wirft er vielmehr bewusst mit Dreck, denn es bleibt immer etwas hängen? 

Eine weitere Stilblüte der Diffamierung: « Diese im normalen Berufsleben vielfach gescheiterten Existenzen (z.Tl. ehemalige Mitarbeiter der TAZ Ruhr) und ihre Schreiberlinge – darunter ein verurteilter Straftäter, die seinen Namen gewechselt hat – wollen skandalisieren und politischen Schaden zufügen. (…)  Bei ihnen ist nichts normal. « 

Aber dahinter steckt in Wirklichkeit natürlich keine Überzeugung, sondern (jüdisches) Geld:

« Wir haben Grund zur Annahme, dass sie im Rahmen der millionenschweren Propagandaoffensive und Imagekampagne („Hasbara“) – nach dem mörderischen Angriff der israelischen Armee auf Gaza in 2008/09 und nach dem Angriff der israelischen Marine auf die Gaza-Hilfsflotte mit 9 Toten im Mai letzten Jahres massiv verstärkt – von der israelischen Regierung dafür bezahlt werden. « 

Und der Gipfel: « Die Konsequenz aus dem Holocaust kann doch nicht der Verzicht auf Menschenrechte sein, wenn es um die israelische Politik geht. « 

Und dann spricht er aus, warum ihm das palästinensische Schicksal soviele schlaflose Nächte bereitet: "Warum müssen die Palästinenser die historische Schuld der Deutschen ausbaden?!"

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